
KUNST: komödiantische Tragödie über die fragile Natur langjähriger Freundschaften
Eine Koproduktion des Wuppertaler Schauspiels und des TiC-Theaters anlässlich des 40jährigen Jubiläums
der Cronenberger Bühne
»Mein Freund Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein Ölgemälde, ganz in Weiß … Wenn man die Augen zusammenkneift, kann man feine weiße Querstreifen erkennen. Ein weißes Bild. Mit weißen Streifen.« »Ist das Kunst oder kann das weg?« Ein weißes Gemälde, erstanden zu einem horrenden Preis, bringt eine langjährige Männerfreundschaft ins Wanken. Serge schwärmt von seiner Errungenschaft, sein Freund Marc hält ihn für übergeschnappt. Yvan, der dritte im Bunde, auf Harmonie bedacht, meidet die eigene Meinungsbildung. Während das Gespräch über Kunst eskaliert, treten verletzte Gefühle, Machtspiele und alte Konflikte zutage.
Inszenierung - Ralf Budde
Bühne - Manfred Marczewski-Achilles
Kostüme - Noëlle-Magali Wörheide
Dramaturgie - Elisabeth Hummerich
Regieassistenz - Nelly Haller
Besetzung - Thomas Braus, Andreas Mucke, Alexander Peiler
Fotos aus dem Theater am Engelsgarten - Björn Hickmann
Mit messerscharfen Dialogen und feinem Humor entlarvt Yasmina Reza in ihrem Erfolgsstück die Unsicherheiten hinter vermeintlich festen Standpunkten. Der Kunstbegriff wird zum Zündstoff für eine ebenso komische wie schmerzhafte Auseinandersetzung über ästhetischen Wert, Geschmack und Bedeutung. Ist Kunst objektiv bewertbar oder reine Behauptung, Ausdruck von Wahrheit oder Spiegel persönlicher Eitelkeit? Die Debatte wird zur Zerreißprobe: Wie viel Widerspruch erträgt eine Freundschaft? Welche Meinungen sind wir gewillt, auszuhalten?
Das schreibt die Presse zu "KUNST" nach der Premiere am Theater im Engelsgarten
Ein Theater-Ereignis von Rang!
Yasmina Rezas lebenskluges und intelligentes Stück, ein Kammerspiel um die Freundschaft dreier gegensätzlicher Männer, die von unterschwellig längst gewachsener Entfremdung und gegenseitigen Vorurteilen angenagt ist, lebt von Wortwitz, der präzisen Zeichnung gewachsener Charaktere und brillanter Psychologie. Regisseur Ralf Budde hat für seine Inszenierung mit Thomas Braus, Alexander Peiler (Wuppertaler Bühnen) und Andreas Mucke (TiC-Theater) ein großartiges Trio von Erzkomödianten zusammengestellt, die im Mono-, Dia- und Trialog Rezas Intention nachgerade ideal umzusetzen verstanden und das Publikum im ausverkauften Haus vom ersten Aufblenden der Scheinwerfer an mitzureißen wußten. Der oft bittere Humor wurde nie zum Schenkelklopfer, blieb fein und kultiviert, der blanke Zorn, zu dem sich schließlich sogar der sanfte Yvan hinreißen ließ, wechselte aufkochend mit Hohn, Häme, Entspannung und wieder offenem Gelächter. Ein heiß-kaltes Wechselbad.
So wie Andreas Mucke den erst jovialen Stolz des Antrios-Besitzers, dann seine Gekränktheit und schließlich das Gift lange ungesagter Gemeinheiten auf die Bühne brachte und Thomas Braus die in Hohn und Spott umschlagende Erheiterung über „diesen Scheiß in Weiß“ und die körperliche Konfrontation mit Serge, glänzte auch Alexander Peiler. Seinen völlig zerrissenen Yvan, der an nächsten Tag heiraten soll, der unter dem Druck der Mütter, Stief- und Schwiegermütter leidet und dem die Freunde aus jeder Richtung zusetzen, ist (sein Verzweiflungs-Solo führte zu Zwischenapplaus) vielleicht sogar die stärkste Figur des Stücks, dessen Ausgang hier nicht verraten wird.
Das von der Komödie ummantelte Drama über die Halbwertzeit von Freundschaften wird seines hohen Ranges und der großen Anforderung an die Schauspieler seither immer wieder gerne in die Spielpläne aufgenommen. Die aktuelle Wuppertaler Inszenierung von Ralf Budde ist als Jubiläums-Schmankerl zum 40jährigen Bestehen des TiC-Theaters in einer Gemeinschaftsproduktion der Wuppertaler Bühnen und des TiC entstanden, wird bis Jahresende im Theater am Engelsgarten aufgeführt und ab Januar in der selben Besetzung im Cronenberger TiC.
Dieser Abend ist ein höchst amüsantes und gelungenes Theater-Ereignis von Rang. Von den Musenblättern sehr empfohlen. (Musenblätter)
Überaus sehenswert!
Die Autorin selbst hat einmal gesagt, dass der eigentliche Konflikt des Stückes der Verlust des Humors sei, des gemeinsamen Lachens, sodass Meinungen über die Freundschaft siegen. Im Theater am Engelsgarten konnten sich die Wuppertaler am Wochenende ein eigenes Bild machen - bei der ausverkauften wie umjubelten Premiere einer besonderen Inszenierung. 40 Jahre gibt es das TiC-Theater, seit Anfang an dabei: Andreas Mucke. Der ehemalige Oberbürgermeister stand dort in vielen Stücken auf der Bühne. (...) Erste Wahl für die Mitwirkung bei der Würdigung des runden Geburtstags, die das Cronenberger mit dem städtischen Theater in einer Inszenierung vereinen soll. (...) Ralf Budde konzentriert seine Inszenierung ganz auf das frisch zusammengesetzte, zugleich bestens eingespielte Team. Mit einem zunehmend Mitleid erregenden Mitläufer Yvan - Alexander Peiler läuft zur Höchstform auf und hat zwei wunderbare Monologe - und zwei überzeugenden, immer wieder unsympathisch brutalen Asphaltieren, einem verzweifelten Zyniker Braus und einem weltmännisch verletzlichen Mucke. (...) Paolo Contes melancholischer Ohrwurm It's Wonderful hilft beim Atemholen zwischen de einzelnen Runden. Diese entwickeln einen Sog, der den Zuschauer rasch von der Geschichte um den Kunsterwerb und der Frage nach dem Wert von Kunst und ihrem Missbrauch als reinem Spekulationsobjekt, forttreibt, sie als Projektionsfläche für weitergehende Fragen nutzt. (...) Fragen des Menschseins wie der Angst vor Veränderung, dem Bedürfnis nach Anerkennung, Dominanz, Einsamkeit, Konformismus kommen auf. (...) Überaus sehenswert. (Westdeutsche Zeitung)






