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Jetzt neu im Spielplan: "Kardinalfehler" von Alistair Beaton und Dietmar Jacobs Ein kleines Bistum, ein großer Anlass – und ein Problem, das möglichst nicht publik werden darf. In der satirischen Komödie „Kardinalfehler“ gerät eine scheinbar makellose Kirchenwelt plötzlich gehörig ins Wanken – und zwar schneller, als man „Amen" sagen kann. Bischof Konrad Glöckner gilt als Musterbeispiel eines modernen Kirchenmannes: tatkräftig, moralisch unangreifbar und stets bemüht, die dunklen Schatten der Vergangenheit konsequent aufzuarbeiten. Sein Bistum präsentiert sich als vorbildlich – kaum Kirchenaustritte, keine Skandale, alles scheint bestens bestellt: eine Bilderbuchkirche mit glänzender Bilanz. Kein Wunder also, dass ausgerechnet hier ein besonderes Ereignis stattfinden soll: zum großen Jubiläum des Bistums hat sich der Papst höchstpersönlich angekündigt. Ein Besuch, der Ruhm, Anerkennung und vielleicht sogar eine steile Karriere im Vatikan bringen könnte – und damit auch zahlreiche Vorteile für das Bistum verspricht. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, jedes Detail wird geplant, jede Kleinigkeit durchdacht. Alles soll perfekt sein. Doch je näher der große Tag rückt, desto deutlicher zeigt sich, dass die glänzende Fassade nicht ganz so stabil ist, wie sie scheint. Da taucht jemand aus der Vergangenheit auf, ein vatikanischer Funktionär will genauer hinschauen, und plötzlich drohen alte Geheimnisse ans Licht zu kommen. Was als kleine Sache beginnt, entwickelt schnell eine ungeahnte Eigendynamik. Hinter verschlossenen Türen wird beraten, vertuscht, improvisiert – und vor allem gelogen, bis sich die Kirchenbalken biegen. Man versucht, die Kontrolle zu behalten, doch das selbstgestrickte Geflecht aus Halbwahrheiten wird immer dichter und unübersichtlicher. Aus dem wachsenden Berg von Notlügen entwickelt sich ein turbulenter Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen. Wer weiß was? Wem ist noch zu trauen? Und wie lange lässt sich die Wahrheit noch unter Verschluss halten? Mit viel Tempo, bissigem Humor und scharfem Blick für menschliche Eitelkeiten nehmen die Autoren Dietmar Jacobs und Alistair Beaton in dieser Komödie die Machtstrukturen der Kirche ebenso aufs Korn wie den allzu menschlichen Wunsch, Fehler lieber zu vertuschen als einzugestehen. Dabei entsteht ein pointierter Blick hinter die Kulissen einer Institution im Spannungsfeld zwischen Unfehlbarkeit und menschlichen Schwächen. Das Ergebnis ist ein ebenso unterhaltsamer wie provokanter Theaterabend, der zeigt: Manchmal sind nicht die Fehltritte selbst, sondern die Art, wie man mit ihnen umgeht, das größere Problem.
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