Ein Theater in der alten Borner Schule
Für 7.900 Taler wurde 1831 hinter der reformierten Dorfkirche in Cronenberg die Borner Schule errichtet. Dass gut 150 Jahre später in den altehrwürdigen Klassenräumen ein Theater entstehen würde, das einmal zu einer festen Größe im Wuppertaler Kulturleben werden sollte, dürfte damals wohl niemand geahnt haben.
Seit 1986 ist die ehemalige Borner Schule die Heimat des TiC-Theaters – TiC steht für „Theater in Cronenberg“. Im Zuge der Gründung des Kulturzentrums Cronenberg zogen neben dem Theater auch eine Töpferwerkstatt, eine Kinderschauspielschule , eine Musikschule, ein Kunstatelier und die Stadtteilbibliothek in das Gebäude ein. Zudem tagte hier die Bezirksvertretung des Stadtbezirks Cronenberg.
Heute befinden sich im Erdgeschoss noch immer die Stadtteilbibliothek und in der darüberliegenden Etage die Räume des TiC-Theaters. Die zweite Etage unter dem Dach nutzt das Theater für den Fundus und die Maske.
Am 28. Februar 1986 feierte mit Lope de Vegas „Der Ritter vom Mirakel“ die erste Inszenierung Premiere. Schon der erste vollständige Spielplan der Saison 1986/87 bot, was das TiC bis heute auszeichnet: ein vielseitiges Theaterprogramm mit Komödien, Klassikern und zeitgenössischen Stücken ebenso wie musikalischen Produktionen, Revuen und Musicals. Eng mit diesen Anfangsjahren verbunden sind Namen wie Ronald F. Stürzebecher, Christoph Maria Herbst, Joachim Kosack, Hans Richter, Hanssotto Rademacher, Hans-Willi Lukas u.v.a.
Die räumlichen Gegebenheiten der ehemaligen Dorfschule prägten das Theater von Beginn an. Aus kleinen Klassenzimmern wurden Spielstätten – mit wenig Platz für Bühne, Publikum und Technik. Doch gerade diese Nähe entwickelte sich zu einem Markenzeichen des TiC: Theater unmittelbar zu erleben, mit nur wenigen Metern Abstand zwischen Darstellenden und Publikum.
Inzwischen ist vieles komfortabler geworden. Anfang der 2000er-Jahre kam mit dem Atelier Unterkirchen eine zweite Spielstätte hinzu. 2007 wurde die TiC-Theater gGmbH gegründet und löste den bisherigen Trägerverein ab. Seitdem sind Ralf Budde und Stefan Hüfner als künstlerische Leiter und Geschäftsführer tätig, unterstützt von einem Beirat.
Während der Corona-Pause wurden die Räumlichkeiten in der Borner Straße umfassend neugestaltet und modernisiert. Der besondere Charakter des Hauses aber ist geblieben. Noch immer gehört die unmittelbare Nähe zwischen Bühne und Publikum zu dem, was Aufführungen im TiC zu einem besonderen Theatererlebnis macht.

